|
19.05.2026
10:30 Uhr
|
Wie in „Interstellar“ Botschaften rückwärts durch die Zeit schicken? Laut einer neuen MIT-Studie könnte das sogar besser funktionieren als vorwärts.

Der Astronaut schwebt durch eine verwinkelte Bibliothek mit surrealer Geometrie. Durch die Regalbretter schaut er auf eine jüngere Version seiner selbst, neben ihm seine jugendliche Tochter. Er schwebt weiter und erblickt erneut seine Tochter, diesmal ist sie erwachsen, und auf dem Regal vor ihr liegt eine Armbanduhr. Der Astronaut berührt einige Bänder, die über dem Regal schweben, und kodiert so eine Nachricht in Morsezeichen in die Bewegung des Zeigers. Seine Tochter wird die Uhr finden und die Nachricht entschlüsseln – Jahre bevor der Astronaut sie verfasst hat.
In dieser Schlüsselszene von Christopher Nolans Blockbuster „Interstellar“ sendet der NASA-Pilot Cooper, gespielt von Matthew McConaughey, eine Nachricht rückwärts in der Zeit zurück, um die Menschheit zu retten. Was nach reinster Science-Fiction klingt, inspirierte nun reale Wissenschaftler von der Cornell University und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu ihrer neuesten Forschung.
Kaiyuan Ji, Seth Lloyd und Mark Wilde untersuchen in ihrer Publikation die Möglichkeit, Nachrichten mithilfe von Quantenverschränkung in die Vergangenheit zu senden. Dabei entdeckten sie, dass dies sogar zuverlässiger funktionieren könnte, als Nachrichten vorwärts in der Zeit zu verschicken. Das Manuskript wurde kürzlich vom Fachmagazin Physical Review Letters zur Publikation angenommen und wird laut Angaben der American Physical Society voraussichtlich Ende Mai veröffentlicht. Das Manuskript liegt der Redaktion bereits vor.